My freedom as an unemployed
April 1, 2008 by kasimiraNach einer interessanten Podiumsdiskussion über die “Stadt der Zukunft - Soziale und Ökologische Herausforderungen” und intensivem Blickkontakt mit einem ranghohem Mitglied der Regierung wollte ich die Zeit hier im Nio eigentlich nutzen, bei einer Flasche Rezina und ein paar Zigaretten einen Brief an eben dieses Regierungsmitglied zu verfassen. Diesem Brief, den ich dann wohl morgen zu verfassen versuche, werde ich die wichtigsten Dokumente meiner Bewerbungsunterlagen beifügen und weiter hoffen.Meine Freiheit als arbeitsloses Mitglied der Gesellschaft nutze ich aber doch lieber dazu, heute hier - nach einem halben Liter Rezina - meinen ersten Blogg zu schreiben. Überhaupt ist mir diese “Freitheit einer Arbeitslosen” in den letzten Tagen erst richtig bewusst geworden, als es darum ging, ob ich wirklich früh um sieben Uhr aufstehen muss, wenn es niemand, ausser ich selbst erwarte; oder ob ich wirklich unter der Woche eine Flasche Wein trinken soll, oder besser nicht, in Erwartung meines ledierten Zustandes morgen früh usw. usf. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass dies mein gutes Recht und insbesondere meine Freiheit als Arbeitslose ist und ich diesen Zustand so lange wie möglich ausnutzen werde.Um Missverständnissen gleich von Beginn an vorzubeugen: Ich bin arbeitslos seit Abschluss meines zweiten Studiums im November 2007 - und, wie ich meine, aus drei Gründen. Erstens wurde mein Genie noch nicht (von den richtigen Personen) entdeckt. Zweitens glaube ich mit fortschreitender Erfahrung festzustellen, dass ich mit meiner Ausbildung und meinem Profil der Zeit voraus bin. Immerzu wird in der Branche (nachhaltige Stadtentwicklung, d.A.) nach interdisziplinären und integrierten Ansätzen gerufen. Kommt aber jemand mit einer interdisziplinären und integrierter Ausbildung, mit internationaler Erfahrung, dann können die Entscheidungsträger in den Städten und Kommunen, die zumeist noch nach “alter Schule” ausgebildet worden, wenig damit anfangen. Und drittens muss man heutzutage wohl wirklich mehr als zehn Bewerbungen verschicken und länger als ein halbes Jahr suchen, um Erfolg zu haben.Doch, wovon soll man in der Zeit leben? Ein großes Danke an dieser Stelle an meine Eltern! Aber es kann ja wohl nicht die Regel sein, mit 30 Jahren immer noch von seinen Eltern zu leben, oder? Und wie viele Menschen können das denn? Von dem schlechten Gewissen diesbezüglich mal ganz abgesehen. Drei Stunden und einen Liter Rezina später fragte mich der Kellner, ”Arbeiten Sie?” - “Sowas in der Art”, antwortete ich, wie soll ich es auch anders nennen… In diesem Sinne, mit Sakis Rouvas, gute Nacht und bis bald.